Presse-Stimmen

 


 

 

 

Frankfurter Rundschau, 24.01.2002, Björn Hadem

Kein Zweifel, Bente Stephan versteht sich auf ihr Handwerk. Von Hause aus ist sie Geigerin; doch das hielt sie nicht davon ab, sich am Flügel und mit der Gitarre so gekonnt dezent zu begleiten, als hätte sie nie etwas anderes getan. An den Tasten spielte sie geistreich mit Akkordspannungen, an der Gitarre kontrastierte sie überzeugend zwischen arpeggiertem Klangteppich und perkussivem Vorwärtsdrängen. Die Vielfältigkeit ihres absolvierten
Schulmusikstudiums hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Eine professionelle Bandbreite an vokalen Ausdrucksmöglichkeiten offenbarte die 26-Jährige im Laufe ihres Programms, das zu zwei Dritteln aus eigenen Liedern bestand.

Ihre Stimme transportierte Charakter, Charme und tiefes Versunkensein in die Themen ihrer Songs. (...) Reinhard Meys Ballade "Kaspar" lebte von kunstvoll inszenierter Erzähldramatik, Stephans eigene Songs vom liedermachertypischen Kunstgriff, Emotionen in jauchzende Phrasen zu packen, mit der Stimme auszubrechen, zu jubeln, zu summen. (...)


Frankfurter Rundschau, 19.12.2003, Björn Hadem

Bente Stephan errang in der Endrunde des "Bundeswettbewerbs Gesang" in Berlin den Sonderpreis der Walter-Kaminsky-Stiftung. In der Kategorie Chanson und Song hatte die 28-jährige Frankfurterin mit ihrem Gesang und eigener Begleitung auf Gitarre und Klavier die bundesweite Finalistenriege erreicht. Schließlich erkannte ihr die Jury den mit 1500 Euro dotierten Preis zu. Der macht der studierten Schulmusikerin und Instrumentalpädagogin Mut, ihren Weg als Chansonsängerin weiter zu gehen. Vor zwei Jahren hatte sie in der "Stalburg" im Nordend mit ihrem Soloprogramm "Dreamin' of Sweden" ihren ersten Auftritt als Chansonnière.

 

Potsdamer Neueste Nachrichten, 04.02.2004, Gerold Paul

Hoch hinaus will auch, wer sich am jährlich stattfindenden Bundeswettbewerb Gesang in Berlin beteiligt. (...) Unter dem eigenwilligen Titel „Junge Hunde“ stellte die Berliner Universität der Künste vier Preisträger des vergangenen Jahres im Foyer des Potsdamer Nikolaisaales vor (...)
Bente Stephan (...) bewarb sich auf den Rat von Freunden für den Wettbewerb 2003, und eroberte prompt den Sonderpreis der Walter-Kaminsky-Stiftung. Ausgebildet in Gesang, Klavier und Violine, studierte sie Schulmusik in Frankfurt/M., dann Musikwissenschaft und Romanistik in Lyon, wo sie Straßen-Musikanten und auch Liedermacher traf. Sie begleitete ihre wunderbare Stimme auf Gitarre und Flügel selbst, dichtet und komponiert (...) Songs, wie das lyrische „Dreamin' of Sweden“ (...).


Märkische Allgemeine, 03.02.2004, Matthias Müller

Die mit den Sonderpreis der Walter-Kaminsky-Stiftung bedachte Bente Stephan begleitete sich am Klavier oder auf der Gitarre selbst (...). Wie der weibliche Elton John sang sie dessen "Your Song" mit der entsprechenden Klavierbegleitung, in "The Rose" von Amanda McBroom erzielte ihre weiche aber kraftvolle Stimme höchste emotionale Wirkung.


Frankfurter Rundschau, 28.03.2003, Björn Hadem

FRANKFURT A.M. Immer wenn die Tür zum „Café Fix“ aufgeht, vermischt sich der Lärm der Straße mit den sanften Klängen, die Bente Stephan dem E-Piano in der Anlaufstelle für Drogenabhängige entlockt. Die Drogenabhängige Patricia, die vor dem Konzert noch aufgeweckt mit der Liedermacherin geplaudert hat, ist mittlerweile in sich zusammengesackt und kauert scheinbar geistesabwesend auf einem Stuhl des „Kontaktladens“ in der Moselstraße. Die Bente Stephan indes lässt sich nicht anmerken, wie ungewöhnlich der Auftritt für sie ist, als sie mit warmem Ton ihr Lied „Dreamin` of Sweden“ verströmt.

„Erotische Stimme“, kommentiert Patricia im ersten Applaus dann unerwartet wach ihre Freude über den Besuch der Musikerin im „Ruheraum der Szene“, wo Drogen in der Tasche bleiben, während vor der Eingangstür der Rauschgiftkonsum ständig für Menschentrauben sorgt. Bente Stephan hat sich gut auf ihren Auftritt im „Café Fix“ vorbereitet: „Ich habe Angst gehabt, ob die mich akzeptieren - nach dem Motto: Tochter aus gutem Hause, was hat die uns schon zu sagen?“ Doch die Frankfurterin braucht nicht lange, bis sie spürt, dass das außergewöhnliche Publikum von ihrem Spiel und Gesang nicht unberührt bleibt. Die 27-Jährige weiß von ihren Auftritten in sozialen Einrichtungen sowie Wohn- und Altenheimen, wie Menschen mit ihrer Musik umgehen.
„Die Leute hier reagieren gnadenlos ehrlich. Hier habe ich keinen Bonus vorneweg. Wenn`s ihnen nicht gefällt, gehen sie einfach raus“, erklärt Bente Stephan die Schwierigkeit des Musizierens vor den Drogenabhängigen im Bahnhofsviertel. Als sie den Beatles- Song „Let it be“ mit viel stimmlichem Engagement durch die Café-Räume schickt, schließt sich die gut gemeinte Manöverkritik eines Zeitgenossen drei Meter neben ihr nahtlos dem Applaus an: „Meiner Meinung nach hätte da ein bisschen mehr Power reingehört.“ Bente Stephan nimmt es gelassen zur Kenntnis. „Der Auftritt hier ist ständig ein Spiel mit Distanz und Nähe, denn es ist ein Publikum, das stark reagiert, weil alle selbst emotional aufgeladen sind. Da ist so viel Wut und so viel Leben“, sagt die Absolventin der Musikhochschule, die im Auftrag der Yehudi-Menuhin-Stiftung „Live Music Now“ häufig in sozialen Einrichtungen in Frankfurt und Umgebung auftritt. (...)